Erstes Date mit Bob Dylan

Tipps für ein erstes Date mit Bob Dylan.

Es ist wieder soweit! Am 16 April macht uns Bob Dylan in der Wiener Stadthalle seine Aufwartung – erstmals seit der Nobelpreisverleihung.

Wie bei den Stones wird sich der eine oder die andere wieder sagen: „Einmal muss man ihn schon gesehen haben“. Der Vorverkauf läuft so gut wie schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte man aber nicht ganz unvorbereitet zu seinem ersten Date mit Bob Dylan gehen. Wichtig ist es zunächst, dass man pünktlich ist. Dylan und Band sind es immer. Ist das Konzert um 19:30 Uhr angesetzt, so beginnt es auch um 19:30 Uhr.

Einen romantischen Akustikteil mit Blowin‘ In The Wind, The Times They Are A-Changin‘ und Mr. Tambourine Man wird es nicht geben.

Lagerfeuerromantik – mitnichten!

Das Licht geht aus, Dylan und Band erscheinen und die Halle wird von einer Stimme erfüllt, die für die einen schon längst als gesangsstimmliches “Ready-Made“ zur Kulturgeschichte gehört, bei anderen aber doch auch Verwunderung, wenn nicht sogar leichtes Entsetzen hervorruft.

Und seien Sie nicht enttäuscht, wenn er nicht zu UNS spricht – ich habe natürlich auch schon längst meine Karte.  Ab und zu ein „Thankyouuu“ ist aber zu erwarten. Versuchen Sie auch nicht die Lieder zu erkennen. Bob Dylan war immer konsequent dabei, Texte und Melodien zu zerstückeln und neu zu interpretieren, sodass sie für das ungeübte Ohr eben nur schwer erkennbar sind. Darüber wurden aber schon unzählige Bücher veröffentlicht und deswegen soll Sie dies nicht weiter belasten. Genießen Sie einfach die Atmosphäre eines Rockkonzertes und die Aura einer Legende.

Der junge Bob Dylan im Studio.

Unkonventionell und einzigartig sind Dylan-Konzerte auf alle Fälle, und das unterscheidet sie von allen anderen (auch von den Stones-Konzerten). „Macht damit, was ihr wollt“, scheint er uns sagen zu wollen, ein Entgegenkommen bzw. Kompromisse gibt es nicht. Interpretation und Kritik sind ihm (wahrscheinlich) ohnehin egal. Welches Gefühl Sie nach diesem „First Date“ mit Bob Dylan haben werden, weiß ich natürlich nicht, aber glauben Sie mir, es wird etwas Besonderes.

Wolfgang Posautz

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