Lesezirkel am 22.02.2018

Lesezirkel – Februar 2018: Richard Ford „Zwischen ihnen“

Im aktuellen Lesezirkel wird wieder einmal ein Buch des US-amerikanischen Autors Richard Ford („Der Sportreporter“) besprochen. Das letzte Buch von ihm , das wir „durchgenommen“ haben, war „Kanada„. Diesmal geht es um die Beziehung zu seinen Eltern.

Das Buch

Richard Ford erzählt vom Amerika seiner Eltern: ein bewegendes Buch über Erinnerung, Familie und ein Land, das es so nicht mehr gibt.

Mit siebzehn verliebt sich Edna Akin aus Arkansas in Parker Ford, einen Jungen vom Land mit den durchscheinend hellblauen Ford-Augen. Sie heiraten und beginnen ein Nomadenleben in den Südstaaten der USA – Parker arbeitet als Handlungsreisender. Die 30er Jahre ziehen vorbei wie ein langes Wochenende, ungezählte Meilen, Cocktails, Hotelzimmer: New Orleans, Texarcana, Memphis. Die Geborgenheit, die es in ihrer Welt, dem Amerika der frühen Ford-Romane, nicht gibt, finden sie beieinander. Dann kommt ein einziges spätes Kind zur Welt – und alles ändert sich. „Zwischen ihnen“ ist Richard Fords intimstes Buch: ein literarisches Memoir über seine Eltern und ein atmosphärisches Porträt des Lebens in den USA Mitte des 20. Jahrhunderts.

Richard Ford
Der Autor

Richard Ford wurde 1944 in Jackson, Mississippi, geboren und lebt heute in Maine. Er hat acht Romane sowie Novellen, Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht. 1996 erhielt er für „Unabhängigkeitstag“ sowohl den Pulitzer Prize als auch den PEN/ Faulkner Award.

Folgenden Text stellt der Autor dem Buch voran:

Beim Schreiben dieser Erinnerungen – mit dreißig Jahren Abstand – habe ich einige Unstimmigkeiten zwischen beiden Teilen bestehen lassen und mir auch erlaubt, einige Ereignisse erneut zu erzählen. Damit hoffe ich den Lesern zu
zeigen, dass ich von zwei sehr unterschiedlichen Menschen erzogen wurde, deren verschiedene Perspektiven mich prägten, die sich bemühten, ihr Handeln aufeinander abzustimmen, und durch deren Augen, seine wie ihre, ich die Welt zu sehen versuchte. Einen Sohn lebendig bis ins Erwachsenenalter zu bringen muss Eltern manchmal vorkommen wie ein zähes  Wiederholungstraining, ein oftmals vergebliches, aber liebevolles Bemühen um Beständigkeit. Das Eindringen in die Vergangenheit aber ist in jedem Fall eine heikle Sache, weil die Erinnerung uns zu den Menschen machen will, die
wir sind, und immer wieder halb daran scheitert.

 

 

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