Lesung aus „Die Ahnungslosen“

Lesung mit Wolfgang Popp am 18.10. um 19 Uhr

Die Lesung findet bei uns in der Buchhandlung statt.

Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich Su das alles erscheint. Klarissa, die Dämonen und jetzt der versteinerte Großvater.  Man darf nicht vergessen, dass sie vor gar nicht langer Zeit ihre Magisterarbeit abgegeben hat. Arbeitsthema: Gemeinschaftswährungen. Arbeitstitel: Der Euro und seine Vorläufer. Arbeitsalltag: Harte Fakten und nicht weiche Vergleiche. Kaum zu glauben, wie weit weg das alles ist. Wie 48 Stunden, eine Nacht im Flieger und eine bald hundertjährige Großmutter den Ernst des Lebens davonjagen können. Der steht jetzt im staubigen Sakko an einer staubigen kambodschanischen Landstraße und versucht per Autostopp nach Europa zurückzukommen.

Eine mitreißende Hommage an die Unvorhersehbarkeit des Lebens.

Lustvoll und listig zieht der Zufall seine Fäden und knüpft seine Netze. Das erfahren auch die Protagonisten in Wolfgang Popps Roman Die Ahnungslosen. Klarissa Alber, die auf der Flucht vor den Nazis in Shanghai landet und dort ihre große Liebe trifft, kann davon ein Lied singen. Genauso wie Tim, der auf der anderen Seite der Welt nicht nur durch Tempelruinen, sondern auch über seinen Schatten springt. Oder der Musiker Raul, dem nach einer langen Durststrecke ausgerechnet ein Teufelsintervall zum Erfolg verhilft.

Der Herr Autor
©Foto: Niki Gail

Wolfgang Popp, geboren 1970 in Wien, Studium der Sinologie und Geschichte in Wien und China. Langjährige Tätigkeit als Studienreiseleiter im Fernen Osten. Daneben Dokumentarfilme und Kurzgeschichten. Kulturredakteur beim ORF-Radio Ö1. Zuletzt erschien der Roman „Wüste Welt“. Mit „Die Verschwundenen“ war er auf der Shortlist des Literaturpreises Alpha und erhielt eine Buchprämie der Stadt Wien.

Leseprobe aus „Die Verschwundenen“:

Philip oder der Weg ist das Spiel
Ich konnte es nicht glauben, als ich das Koppensteiner betrat und ihn da sitzen sah. Nach all den Jahren, in denen ich nichts von ihm gehört hatte, kam mir diese plötzliche Wiederbegegn ung wie ein Wachtraum vor. Man kennt das. Das einfallende Licht sieht dann mit einem Mal so weich aus, als wäre es Verpackungsmaterial für das zerbrechliche Geschehen. Verstärkt wurde dieses Gefühl der Unwirklichkeit noch, weil ich diese Wiederbegegnung in
meiner Vorstellung endlos oft durchgespielt hatte. In meiner Fantasie
hatte sie an den verschiedensten Orten und zu den unterschiedlichsten Tageszeiten und Gelegenheiten stattgefunden. Zuletzt hatte ich die Hoffnung auf ein Wiedersehen aber schon beinahe aufgegeben.

Wir freuen uns auf einen vergnüglichen Abend – der Eintritt ist frei.

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