Bob Dylan

Bob Dylan

Seit jeher hat Bob Dylan in unserer Buchhandlung seinen Fixplatz. Es sind stets alle lieferbaren deutschsprachigen Bücher von und über „His Bobness“ lagernd. Im englischen Original gibt es eine große Auswahl an Klassikern und aktuellen Publikationen. Alle CDs und DVDs sowie ausgesuchtes Vinyl haben wir ebenso vorrätig.

„Wir sind Nobelpreis“

Die Verleihung des Literaturnobelpreises an Bob Dylan 2016 war sicher einer der Höhepunkte für uns – sogar in der Presse wurde danach über „Bob Dylans Filiale in der Josefstadt“ berichtet:

"Wir sind Nobelpreis"
Bob Dylans Filiale in der Josefstadt.

Aus einem Facebookposting der Autorin Doris Knecht vom Oktober 2016:
„Am meisten feiert wohl die Buchhandlung Lerchenfeld, oder? Dort zelebriert man ja seit je die Verbindung von Dylan und Literatur. Der stets fix installierte Dylan-Altar übernimmt jetzt wohl das gesamte Schaufenster. Hurra!“

Unsere Wege zu Bob Dylan waren allerdings sehr unterschiedlich:

Wolfang Posautz: „Wo ist Blowing in the Wind“

Wolfis erste Dylan-Platte
Wolfgang Posautz mit „More Bob Dylan Greatest Hits“

In den 70er-Jahren gab es in Villach das „Forum“, ein Geschäft, in dem man alles bekam: Schmierseife, Winterstiefel, Uhren, Rasierwasser und vor allem auch Schallplatten. Alle paar Monate kauften abwechselnd mein Bruder oder ich mit unserem Ersparten eine Platte. Welche, wurde im Vorfeld genau besprochen.

Irgendwann wurde mir der Kauf einer Bob-Dylan-Platte anvertraut. Aus dem Radio kannten wir „Mr. Tambourine Man“ von den Birds, „The Times They Are A-Changin“ von Peter, Paul und Mary und einige Dylan-Songs gesungen von Joan Baez. „Schön eigentlich“, meinte sogar meine Mutter und mein Vater nickte („Englisch halt“). Also ging ich mit ca. 150 Schilling ins Forum, „pass auf, dass ,Blowing in the Wind‘ drauf ist“, rief mein Bruder mir noch nach.

Wir kauften gerne eine „Best of“- Platte, weil dadurch garantiert sein sollte, dass auch die besten Nummern vom jeweils Auserwählten drauf waren. Unter Dylan fand ich sogar „More Bob Dylan Greatest Hits“. Gewonnen, dachte ich, allerdings kannte ich auf allen 4 Seiten (unsere 1. Doppel-LP) kein einziges Lied. Aber es war die einzige verfügbare Dylan-Platte, und so kaufte ich sie. „Der kann ja nicht singen“, sagte meine Mutter, „bist du sicher, dass der berühmt ist?“ Und mein Vater und mein Bruder waren angefressen, weil kein „Blowing in the Wind“ drauf war.

Ich aber war von dieser unkonventionellen, schnoddrigen Stimme sofort begeistert. Anders als alle Anderen. Textinterpretationen waren mir damals noch egal (und sind es teilweise heute noch). “Crying like a Fire in the Sun“ genügte mir. Mehr geht nicht.

Bernhard Bastien: „Wie fühlst di dabei?“

Bernis erste "Dylan"-Platte
Bernhard Bastien mit „Wie im Schlaf – Lieder von Bob Dylan gesungen von W. Ambros“

Wien in den tiefsten 80er-Jahren. Wolfgang Ambros sang in der Wiener Stadthalle „Allan wie a Stan“ und ich grölte beseelt mit: „Wie fühlst di dabei?“ Dass es sich hierbei um eine eingewienerte Nummer von Bob Dylan handelte, war dem damals 14-jährigen Bernhard nicht wirklich bewusst.
Erst später, als ich mir bei der „Schallplatten-Brigitte“ auf der Laxenburger Straße (neben „GIG-Records“ der wichtigste Plattenladen meiner Jugend) „Wie im Schlaf – Lieder von Bob Dylan gesungen von W. Ambros“ zulegte, klingelte es bei mir.

In den 90ern war dann „Desire“ von Bob Dylan meine meistgehörte Platte, sie befand sich im Plattenständer meiner zukünftigen Frau, mit der ich gerade zusammengezogen war, und „Hurricane“ wurde zu so etwas wie unserem Lied“.

Dennoch sollte es noch bis 1999 dauern, bis ich vom Dylan-Virus befallen werden sollte. Ein Freund lud mich zu meinem ersten Bob-Dylan-Konzert ein: Wiener Stadthalle, 2. Reihe Mitte.
Licht aus – Auftritt Bob Dylan – ERLEUCHTUNG!

Das war’s, ab diesem Zeitpunkt war ich unheilbar.