Buchhandlung Lerchenfeld

Ein Besuch bei uns kommt einem Kurzurlaub gleich.

„…nicht die älteste, nicht die größte, nicht die schönste – aber die allerallercoolste Buchhandlung Wiens!“

…sagt der Podcast >The Chill Report< in Folge 16 über uns.

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Unserer Buchhandlung –
mit diesem Buch fing alles an:

https://www.picclickimg.com/d/l400/pict/265002799484_/Goethe-Faust-Der-Trag%C3%B6die-Erster-Teil-Reclam.jpg
Goethes Faust als Reclam oder wie einmal verlangt wurde: „Bitte das Gelbe mit der Hand.“

2. Mai 2003 – Eröffnungstag, kurz nach 9 Uhr morgens: der erste Kunde betritt die Buchhandlung. Der Buchhändler hat noch den Besen in der Hand und fragt nach den Wünschen des Mannes. „Haben Sie Faust 1 – als Reclam?“ Nachdem wir die letzten Tage nichts anderes getan haben, als Bücher einzuschlichten, wussten wir natürlich, dass dieser Klassiker lagernd war.
Somit sollte einem erfolgreichen Eröffnungstag nichts mehr im Wege stehen…

Seit jenem Tag kümmern wir uns um alle möglichen und unmöglichen Wünsche unserer Kund*innen. Wir bestellen alle lieferbaren deutschsprachigen Bücher binnen kürzester Zeit, auch von Klein- und Kleinstverlagen. Aber auch englische Titel können wir problemlos besorgen. Wem der Sinn nach Musik  steht, den können wir ebenfalls mit jedem verfügbaren Stück auf CD, Vinyl und auch Cassette beglücken. Probieren Sie uns ruhig aus!

Bei uns im Laden können Sie in aller Ruhe schmökern oder sich auch gerne beraten lassen. Unsere Buchhandlung ist trotz ihrer 80m² großzügig angelegt, das Sortiment umfasst neben Literatur, Krimis und einer großen englischsprachigen Abteilung auch viele Kinder- und Jugendbücher, ausgewählte Sachbücher sowie eine große Musikbuch-Abteilung. Abgerundet wird unser Angebot mit coolen Gimmicks und allerhand Klimbim. Kommen Sie bald vorbei, Sie werden staunen und Sachen finden, die sie gar nicht gesucht haben.

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„Wir sind Nobelpreis“

Als anerkannte Mitglieder der „Church of Dylan“ feierten wir 2016 natürlich den Literaturnobelpreis für Bob Dylan. Doris Knecht schrieb anlässlich der Verleihung in einer Kolumne:

„Noch mehr als ich freuen sich wahrscheinlich nur die beiden feinen Dylan-Fans von der Buchhandlung Lerchenfeld, die Bob Dylan permanent einen Teil ihres Schaufensters widmen und im Laden fast immer Dylan hören: Dort wird die Verbindung von Dylan und Literatur seit eh und je zelebriert.“

Und „Die Presse“ titelte damals sogar: „Wir sind Nobelpreis“: Bob Dylans Filiale in der Josefstadt

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Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist BHP_2020_Preistraeger_klein-002.png

2020 wurde uns eine besondere Ehre zuteil: wir wurden vom Bundesministerium für Kunst und dem Hauptverband des Österreichen Buchhandels mittels Jury zu einer von 5 Buchhandlungen des Jahres ausgezeichnet.

Die Jury-Begründung:

„Lesen, das geht ein zwei Jahre gut. Dann bist du süchtig. Wir sorgen für Lesestoff.“ Diesem Credo folgen Bernhard Bastien und Wolfgang Posautz in ihrer Buchhandlung Lerchenfeld im 8.Bezirk in Wien seit 2003. Als erste Anlaufstelle gilt sie allen, die sich nichts Schöneres vorstellen können, als den Tag in einer Buchhandlung zu verbringen, mit der Musik von Bob Dylan im Hintergrund und der besten Auswahl an Literatur zu seinem Leben und Werk. Zum Stammkunden wird außerdem, wer Ronja, die Hundedame des Hauses kennenlernt. Neben Bob und Ronja ist der Lesestoff nicht zu vergessen. Das Sortiment verspricht für jeden die richtige Lektüre: ob Leseneuling oder -profi, Bewunderer von Belletristik, Sachbüchern oder Comics, Neuerscheinungen oder Backlist. Die Lerchenfelder wählen als bekennende Lese-Junkies ihre Bücher bewusst und gezielt aus. Sie lesen, empfehlen und besprechen diese Bücher auch in ihrem Lesezirkel mit bestehenden und künftigen Stammkunden. Die Inhaber wissen nicht nur, was ihnen selbst gefällt – sie wissen auch, welches Buch zu welcher Leserin und welchem Leser gehört.

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Bernhard Bastien fiel 2022 die verantwortungsvolle Aufgabe zu, als Jurymitglied den „Österreichischen Buchpreis“ und das „Beste Debüt“ mitbestimmen zu dürfen. Aus über hundert Verlagseinsendungen wurde schließlich Verena Roßbachers Roman „Mon Chéri und unsere demolierten Seelen“ mit dem Buchpreis ausgezeichnet. Der Debütpreis ging an Lena-Marie Biertimpels „Luftpolster“. Beide Bücher seien ihnen ans Herz gelegt.

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Aus der Facebook-Bewertung eines deutschen Buchhändlerkollegen nach einem Besuch unseres Ladens im Frühjahr 2017:
„Wir haben selbst eine Buchhandlung im Bayerischen Wald. Aber ich muss schon sagen, das Buchprogramm ist sensationell gut bei euch. Hab ich so noch in keinem anderen Laden gesehen…..ich komme aber auf jeden Fall wieder gucken, wenn ich in Wien bin! Absolut: Weiter so!“
(Alexander Frimberger)

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Im August 2017 durften wir im KulturFreitag des ORF unsere persönlichen Buchtipps abgeben – wir finden, der Beitrag zeigt sehr genau, wie es bei uns zugeht:

Über uns

Die Betreiber der Buchhandlung Lerchenfeld in Wien – der „Bastien und Posautz OG“

Gegründet haben Bernhard Bastien und Wolfgang Posautz die Buchhandlung Lerchenfeld in Wien im Mai 2003. Hier können ihre Wege zur eigenen Buchhandlung nachgelesen werden.

Wolfgang Posautz: „Plan B“

Wolfgang Posautz

Buchhändler zu werden, geschweige denn eine eigene Buchhandlung zu führen, gehörte lange nicht zu meinen Berufsperspektiven. Von Kärnten bin ich nach Wien gekommen, um Geschichte und Kunstgeschichte zu studieren. Danach wieder zurück nach Klagenfurt, um in einer Galerie zu arbeiten, Ausstellungen zu konzipieren, Vernissagen zu organisieren, mit KünstlerInnen zu arbeiten. Gleichzeitig habe ich einen postgradualen Lehrgang zum Museums- und Ausstellungskurator absolviert. Eventmanagement wurde zum Modewort. 1997 bin ich zurück nach Wien (bzw. zu meiner Freundin) und bekam eine Anstellung bei einer Buchhandelskette, die einen Eventmanager suchte. Events habe ich dabei selten gemanagt, aber den Buchhandel kennengelernt.

Einige Jahre später kam dann die Notwendigkeit und auch das Bedürfnis, beruflich einen Plan B anzudenken, die Idee sich selbstständig zu machen und eine eigene kleine Buchhandlung zu eröffnen. Zusammen mit Bernhard (Buchhandelskettenkollege) war dies bald eine beschlossene Sache. 2003 war es soweit: Die Buchhandlung wurde eröffnet (und meine Freundin geheiratet). Reich zu werden gehört nicht zum Plan B, aber die positiven Dinge bei diesem Plan sind ohnehin unbezahlbar: Alles selbst entscheiden zu können, ein schönes Geschäft, angenehme Kunden (viele wurden zu Freunden), all die Bücher und ein optimales Arbeitsklima. Außerdem bleibt am Ende des Monats doch genug übrig, um davon leben zu können. Über einen Plan C musste ich jedenfalls bisher noch nie nachdenken.

Bernhard Bastien: „Plan A“

Bernhard Bastien

Mein Deutschprofessor sah aus wie „Peppone“, war Kommunist aus Oberösterreich und brachte mir Autoren wie Brecht, Soyfer und Wolfgruber näher. Literatur, in der die „kleinen Leute“ eine große Rolle spielen und dabei meist auf der Strecke bleiben. Die empfohlenen Bücher habe ich mir in der nahegelegenen ehemaligen „Arbeiterbuchhandlung“ besorgt und gierig verschlungen.

Dermaßen angefixt lag es für mich nahe, nach der Matura eine Lehrstelle als Buchhändler zu suchen, die ich in der winzigen Filiale der „Buchhandlung Kleemann“ in der Hietzinger Hauptstraße auch tatsächlich fand. Dort bekam ich das Rüstzeug für mein weiteres Buchhändlerleben mit auf den Weg.

Der Kundenstock setzte sich aus Hofratswitwen, Künstlern und einigen „Celebrities“ (u.a. Georg Danzer und Am-Dam-Des-Tante Ingrid Riegler samt Tochter) zusammen, recherchiert wurde in riesigen Folianten, alles wurde händisch notiert und Bestellungen in ein großes querformartiges Buch geschrieben und dann, bei Eintreffen, wieder ausgestrichen (mit Lineal!). Ein sehr spannendes und lehrreiches Jahr.

Nach einem mehrjährigen Intermezzo an der Uni Wien (Schwerpunkt: Sozialpolitik/Zeitgeschichte) war es an der Zeit, in meinen „Brotberuf“ zurückzukehren. Über eine kleine Bahnhofsbuchhandlung mit Zwischenstation in der größten Buchhandlung Österreichs (2 Jahre als Filialleiter) landete ich mit Wolfgang (dem großen Bruder, den ich nie hatte) schließlich in der Lerchenfelder Straße im eigenen Laden…

Ein „Plan B“ kam für mich eigentlich nie in Frage

Ronja: „Unser Maskottchen“

Ronja

Seit März 2011 ist Ronja, die Labradorhündin, regelmäßig mit Herrchen Bernhard im Laden anwesend. Viele Kund*innen (v.a. auch die jüngsten) haben sie ins Herz geschlossen, und Ronja hat mit ihrer offenen Art schon viele „Neukund*nnen“ gewonnen.

Mittlerweile ist Ronja etwas ruhiger und altersweiser geworden. Sie ist jedenfalls aus unserer Buchhandlung nicht mehr wegzudenken…

Lupo: „Der Youngster“

Lupo

Im Oktober 2022 durfte Lupo aus dem Wiener Tierquartier bei Familie Bastien einziehen. Natürlich ist auch er regelmäßig in der Buchhandlung anzutreffen. Der kleine Lauser erobert die Kund*innenherzen ebenfalls im Strum und hält sowohl Herrchen und Frauchen, als auch Ronja ganz schön auf Trab.