Lesezirkel am 27.09.2018

Lesezirkel – September 2018: Milena Michiko FlasarHerr Katô spielt Familie“ und Jonathan Swift „Gullivers Reisen“

Im ersten Lesezirkel nach der Sommerpause werden immer zwei Bücher „durchgenommen“. Einerseits wird der neueste Roman der in Wien lebenden Autorin Milena Michiko Flasar besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Endlich Zeit. Er könnte nun das alte Radio reparieren oder die Plattensammlung ordnen. Doch als er der jungen Mie begegnet, die ihm ein seltsames Angebot macht, beginnt er die Dinge anders zu sehen. Ein zarter Roman über einen späten Neuanfang und über das Glück.

Die Tage dehnen sich, und zugleich schnurrt die Zeit zusammen. Die Uhr läuft ab, dabei könnte es gerade erst losgehen. Ob ein kleiner weißer Spitz daran etwas ändern würde?

Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr, zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem Friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an, lässt sich von ihrer Agentur „Happy family“ mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rollen gut, und seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen …

Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte. Milena Michiko Flasar zeichnet mit wenigen Strichen, beredten Bildern und unnachahmlicher Wärme ein ganz gewöhnliches, ganz einzigartiges Leben.

Die Autorin

Milena Michiko Flasar, geboren 1980 in St. Pölten, hat in Wien und Berlin Komparatistik, Germanistik und Romanistik studiert. Sie ist die Tochter einer japanischen Mutter und eines österreichischen Vaters, lebt als Schriftstellerin in Wien und unterrichtet nebenbei Deutsch als Fremdsprache. Für »Ich nannte ihn Krawatte« erhielt sie den Literaturpreis Alpha 2012. Im österreichischen Residenz Verlag sind zwei Bücher von ihr erschienen: »Ich bin« (2008) und »Okaasan – Meine unbekannte Mutter« (2010).

Andererseits wird die Neuauflage des Klassikers „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Gullivers Reisen nach Lilliput und zu den Riesen kennt jedes Kind. Und doch ist Swifts Fantasy-Saga vor allem ein eindrucksvolles Leseabenteuer für Erwachsene – tiefsinnig, amüsant, subversiv und desillusionierend -, eine zeitlos gültige Generalabrechnung mit menschlicher Dummheit und Selbstüberschätzung, ja eine besonders frühe Form der Polit-Satire: Die mit unerschöpflicher Fabulierlust bis ins Detail realistisch gestalteten Erlebnisse Gullivers in fremden Reichen sind gespickt mit polemischen Seitenhieben auf Staat, Kirche oder Rechtswesen.

Zum 350. Geburtstag des Autors am 30. November 2017 erscheint Christa Schuenkes kongeniale Übersetzung nun in der neu gestalteten Manesse Bibliothek – für alle, die den Menschen immer noch für die Krone der Schöpfung halten. Ein Klassiker, wie er gegenwärtiger gar nicht sein könnte!

Der Autor

Jonathan Swift (1667-1745) studierte Theologie in Dublin und wurde anglikanischer Geistlicher. Mit zahlreichen Flugschriften und ersten satirischen Erzählungen nahm er Stellung zu kirchlichen und politischen Themen. «Gulliver’s Travels», die 1726 zunächst anonym erschienen, wurden zu einem überwältigenden Publikumserfolg und machten ihn zum bis heute bedeutendsten englischsprachigen Satiriker.

Lesezirkel am 28.06.2018

Lesezirkel – Juni 2018: Virginie Despentes „Das Leben des Vernon Subutex 1“

Im aktuellen Lesezirkel wird diesmal der erste Teil einer Trilogie der französischen Schriftstellerin Virginie Despentes („Baise moi“) besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Die literarische Sensation aus Frankreich: ein grandioses Sittengemälde unserer Zeit.
Wer ist Vernon Subutex? Eine urbane Legende, der letzte Zeuge einer Welt von Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. Einer, mit dem unsere Zeit es nicht gut meint und der trotzdem für eine ganze Generation steht – und für das glanzvolle, furiose Comeback seiner Erfinderin Virginie Despentes. „Lesezirkel am 28.06.2018“ weiterlesen

Buchtipp – Stefan Kutzenberger: Friedinger

„Friedinger“ ist Stefan Kutzenbergers erster Roman.

Wer den Autor Stefan Kutzenberger näher kennen lernen möchte, sollte das Buch lesen. „Friedinger“ gehört zu jenem Genre, bei dem sich um eine scheinbare Autobiographie eine Handlung spinnt. Wobei Fiktion und eben Autobiographie für den Leser oft schwer zu trennen sind. Der Protagonist des Buches „Stefan Kutzenberger“ macht auch kein Hehl daraus, dass Autoren wie Kermani, Knausgard, oder Emanuel Carrére seine Vorbilder sind.

Der Autor Stefan Kutzenberger

Der Plot ist schnell erzählt.

Der (Anti-)Held des Buches nimmt sich eine Auszeit, um endlich seinen ersten Roman zu „beenden“, d.h. endlich einmal zu beginnen und wird dabei von seiner Frau unterstützt, indem sie ihm eine Reise in ein abgeschiedenes Nest auf Kreta finanziert. Dort gerät Kutzenberger unweigerlich in eine Venusfalle, verkörpert durch eine 15 Jahre jüngere französische Rucksacktouristin, der er völlig irritiert auf einem FKK-Gelände hinterherhechelt. Der Showdown besteht darin, dass Stefan im Vollrausch das Zelt seiner Angebeteten völlig mit Kot und Kotze besudelt.

„Buchtipp – Stefan Kutzenberger: Friedinger“ weiterlesen

Lesezirkel am 22.02.2018

Lesezirkel – Februar 2018: Richard Ford „Zwischen ihnen“

Im aktuellen Lesezirkel wird wieder einmal ein Buch des US-amerikanischen Autors Richard Ford („Der Sportreporter“) besprochen. Das letzte Buch von ihm , das wir „durchgenommen“ haben, war „Kanada„. Diesmal geht es um die Beziehung zu seinen Eltern.

Das Buch

Richard Ford erzählt vom Amerika seiner Eltern: ein bewegendes Buch über Erinnerung, Familie und ein Land, das es so nicht mehr gibt. „Lesezirkel am 22.02.2018“ weiterlesen

Lesung aus „Friedinger“

Lesung mit Stefan Kutzenberger am 8.3. um 19 Uhr

Die Lesung findet bei uns in der Buchhandlung statt.

Rasant, skurril, selbstironisch: Stefan Kutzenbergers Romandebüt über einen verhinderten Autor und einen abenteuerlichen Politskandal.

Das einzig noch Lächerlichere als ein unpublizierter Autor ist ein Autor, der nicht schreibt…

Kutzenberger hat einen Schreiburlaub in Griechenland geschenkt bekommen. Jetzt könnte er endlich seinen Roman anfangen, wäre da nicht Friedinger, der ihm eine abenteuerliche Geschichte von verbotenen Waffenlieferungen und heimtückischen Morden erzählt, einem Skandal, in den die Spitzen der Politik verwickelt sind. Zu wem wollte der Pakistani, dessen Leben auf dem Linzer Voest-Parkplatz jäh endet? Was will der anonyme Anrufer, der Friedinger vor der Gefahr warnt, in der er nun schwebt, und warum führt eine Spur nach Amstetten? „Lesung aus „Friedinger““ weiterlesen

Männer des Westens (sind so)*

In seinem (auch bei uns weit über 100x verkauften) Bestseller „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ erzählt Yuval Noah Harari folgende (vermutlich erfundene) Geschichte:

Während des Trainings  für ihre Mondlandung trafen Armstrong und Aldrin in einer Wüste im Westen der USA einen Ureinwohner des dortigen Indianergebietes. Der Mann fragte sie, was sie denn da trieben, und die Astronauten erklärten, sie gehörten einer Forschungsexpedition an, die in Kürze auf den Mond fliegen würde. Als der alte Mann das hörte, schwieg er eine Weile, dann fragte er die Astronauten, ob sie ihm einen Gefallen tun könnten. „Männer des Westens (sind so)*“ weiterlesen

Erstes Date mit Bob Dylan

Tipps für ein erstes Date mit Bob Dylan.

Es ist wieder soweit! Am 16 April macht uns Bob Dylan in der Wiener Stadthalle seine Aufwartung – erstmals seit der Nobelpreisverleihung.

Wie bei den Stones wird sich der eine oder die andere wieder sagen: „Einmal muss man ihn schon gesehen haben“. Der Vorverkauf läuft so gut wie schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte man aber nicht ganz unvorbereitet zu seinem ersten Date mit Bob Dylan gehen. Wichtig ist es zunächst, dass man pünktlich ist. Dylan und Band sind es immer. Ist das Konzert um 19:30 Uhr angesetzt, so beginnt es auch um 19:30 Uhr. „Erstes Date mit Bob Dylan“ weiterlesen