Lesezirkel am 20.12.2018

Lesezirkel – Dezember 2018: Robert Seethaler, Das Feld

Im nächsten Lesezirkel wird diesmal der neue Roman des österreichischen Schriftstellers Robert Seethaler („Der Trafikant“) besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.
Der Autor

Seethaler, Robert
Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Romane „Der Trafikant“ (2012) und „Ein ganzes Leben“ (2014) wurden zu großen internationalen Publikumserfolgen. 2018 ist sein neuer Roman „Das Feld“ erschienen. Robert Seethaler lebt in Wien und Berlin.

Rezensionen zum Buch:

„Geht doch: Dieses Buch über die Toten eines Dorfes beweist, dass subtile literarische Qualität und Bestseller-Erfolg sich nicht ausschließen müssen.“ Die Zeit, 04.10.2018

„Wenn ich auf mein Leben irgendwann zurückblicke, wovon würde ich erzählen? […] Genau das macht die Qualität dieses Buches aus. Die sanfte Wucht des Persönlichen, die in jeder einzelnen Geschichte liegt. […]Der österreichische Autor ist einer meiner Lieblingsautoren.“ Christine Westermann, WDR 2, 09.09.18

„Selten war ein Totentanz unterhaltsamer!“ Denis Scheck, ARD druckfrisch, 02.09.18

„Einer jener raren Romane, die einen existentiell berühren und verändern können.“ Denis Scheck, SWR, 19.07.18

„Seethaler achtet darauf, Erwartungen nicht zu simpel zu bedienen … Seethalers Humor ist nüchtern wie sein Sinn für das Drama.“ Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 27.06.18

„Das alles ist so wunderbar arrangiert, … dass man mit dem Lesen eigentlich gar nicht mehr aufhören möchte, dass man traurig ist, zum Schluss zu kommen … Das was er beherrscht wie wenig andere Autoren in der deutschen Literaturgeschichte, ist, allen seinen Figuren eine ganz tiefe Würde zu verschaffen.“ Andreas Platthaus, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.18

„Robert Seethaler ist ein Meister des unheroischen Erzählens. In ihren besten Momenten erinnert Robert Seethalers Erzählung von der sanften Schönheit des Scheiterns an den Literaturheiligen Robert Walser.“ Iris Radisch, Die Zeit, 07.06.18

„Wenn ein Autor 29 Tote ihr Kleinstadt-Leben erzählen lässt; wenn es ihm gelingt, den Leser noch mit der banalsten Episode zu berühren, ohne aus der Jenseits-Nummer Kitsch werden zu lassen; wenn er die Biografien Stück für Stück zusammenwachsen lässt und einen Roman daraus macht – dann muss das ein großer Erzähler sein. Seethaler eben.“ Stephan Hebel, Frankfurter Rundschau, 22.06.18

„Robert Seethaler ist der große Zimmermann der deutschsprachigen Literatur.“ Philipp Haibach, Die Welt, 03.06.18

„Dieser leise Autor kann Stille und das Ende beschreiben, wie niemand sonst … Seethaler ist ein Meister der unsentimentalen Einfachheit, des Augenblicks, des Ephemeren, alles schwebt, alles ist leicht, auch das Schwere, und alles geht zu Ende, irgendwann, irgendwie, und dazwischen leben wir unsere Leben.“ Elke Heidenreich, Focus, 02.06.18

„Formvollendet. Mit seiner schnörkellosen, poetischen Sprache schafft Seethaler es, jedem Lebensentwurf seine Berechtigung zu geben. Verlust, Liebe, Hoffnung und Einsamkeit – die Emotionen der Menschen so unpathetisch präzise zu beschreiben ist große Kunst, die Seethaler mit seinem genauen Blick meisterhaft beherrscht.“ ZDF Aspekte, 01.06.18

Lesezirkel am 22.11.2018

Lesezirkel – November 2018: Erich Hackl, Am Seil

Im nächsten Lesezirkel wird diesmal der neue Roman des österreichischen Schriftstellers Erich Hackl („Abschied von Sidonie“) besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Zivilcourage in Zeiten der Unmenschlichkeit, damals wie heute – eine Erinnerung.
Wie es dazu kam, dass der stille, wortkarge Kunsthandwerker Reinhold Duschka in der Zeit des Naziterrors in Wien zwei Menschenleben rettete. Wie es ihm gelang, die Jüdin Regina Steinig und ihre Tochter Lucia vier Jahre lang in seiner Werkstatt zu verstecken. Wie sie zu dritt, an ein unsichtbares Seil gebunden, mit Glück und dank gegenseitigem Vertrauen überlebten. Was nachher geschah. Und warum uns diese Geschichte so nahegeht.
Der Autor

Erich Hackl, geboren 1954 in Steyr, hat Germanistik und Hispanistik studiert und ein paar Jahre lang als Lehrer und Lektor gearbeitet. Seit langem lebt er als freier Schriftsteller, Publizist und Übersetzer in Madrid und Wien. Seinen Erzählungen, die in 25 Sprachen übersetzt wurden, liegen authentische Fälle zugrunde. ‚Auroras Anlaß‘ und ‚Abschied von Sidonie‘ sind Schullektüre.

Der Autor liest aus seinem Buch:

Aus der Reihe „Menschenbilder“ bei Ö1 vom 28.10.2018

Die letzten Zeugen“ – Lucia Heilmann

„Am Seil“ heißt ein neues Buch von Erich Hackl, in dem er die Geschichte einer jüdischen Mutter und ihrer Tochter erzählt, die von einem Kunstschmied in Wien vor den Nazis gerettet werden. Vom November 1941 bis 1945 versteckt er die beiden in seiner Werkstatt.  Es ist die Geschichte der heute 89-jährigen Lucia Heilmann, die damals mit ihrer Mutter nur knapp der Deportation entging.

Als ihr Versteck nach drei Jahren durch Bombenangriffe zerstört wird, finden Lucia Heilmann und ihre Mutter Unterkunft in einem Kohlenkeller. In dieser Zeit hört das Mädchen auf zu sprechen.  Das Kriegsende 1945 erlebt Lucia Heilmann wie eine Wiedergeburt. Sie holt die Schule nach, sie studiert Medizin und wird Schulärztin.

Bis heute lebt Lucia Heilmann in der Wohnung ihrer Eltern in Wien. Sie besucht regelmäßig Schulen um Kinder und Jugendlichen von ihren Erlebnissen im Krieg zu erzählen.  Beim Theaterprojekt „Die letzten Zeugen“, das 2013 am Wiener Burgtheater uraufgeführt wurde, saß auch Lucia Heilmann auf der Bühne.

Lesezirkel am 25.10.2018

Lesezirkel – Oktober 2018: Sayaka Murata: Die Ladenhüterin

Im nächsten Lesezirkel wird wieder einmal ein japanischer Roman  „durchgenommen“, sehr zur Freude unserer Zirklerin Frau P.

Zum Inhalt:

Die literarische Sensation aus Japan: Eine Außenseiterin findet als Angestellte eines 24-Stunden-Supermarktes ihre wahre Bestimmung. Beeindruckend leicht und elegant entfaltet Sayaka Murata das Panorama einer Gesellschaft, deren Werte und Normen unverrückbar scheinen. Ein Roman, der weit über die Grenzen Japans hinausweist.

Keiko Furukawa ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. „Lesezirkel am 25.10.2018“ weiterlesen

Lesezirkel am 28.06.2018

Lesezirkel – Juni 2018: Virginie Despentes „Das Leben des Vernon Subutex 1“

Im aktuellen Lesezirkel wird diesmal der erste Teil einer Trilogie der französischen Schriftstellerin Virginie Despentes („Baise moi“) besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Die literarische Sensation aus Frankreich: ein grandioses Sittengemälde unserer Zeit.
Wer ist Vernon Subutex? Eine urbane Legende, der letzte Zeuge einer Welt von Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll. Einer, mit dem unsere Zeit es nicht gut meint und der trotzdem für eine ganze Generation steht – und für das glanzvolle, furiose Comeback seiner Erfinderin Virginie Despentes. „Lesezirkel am 28.06.2018“ weiterlesen

Lesezirkel am 22.02.2018

Lesezirkel – Februar 2018: Richard Ford „Zwischen ihnen“

Im aktuellen Lesezirkel wird wieder einmal ein Buch des US-amerikanischen Autors Richard Ford („Der Sportreporter“) besprochen. Das letzte Buch von ihm , das wir „durchgenommen“ haben, war „Kanada„. Diesmal geht es um die Beziehung zu seinen Eltern.

Das Buch

Richard Ford erzählt vom Amerika seiner Eltern: ein bewegendes Buch über Erinnerung, Familie und ein Land, das es so nicht mehr gibt. „Lesezirkel am 22.02.2018“ weiterlesen