Klassiker-Zirkel am 26.09.2019

Klassiker-Zirkel – September 2019: Stendhal, Die Kartause von Parma; Stendhal, Rot und Schwarz

In nächsten Lesezirkel werde diesma zwei Klassiker gelesen. Es stehen „Die Kartause von Parma“ und „Rot und Schwarz“, beide von Stendhal auf dem Programm.

Inhalte:

Buch 1
Buch 2

Buch 1:

Abenteuer und Psychologie, Weltgeschichte und eine ungezügelte, tragische Liebe – Stendhal verbindet in seiner ‚Kartause von Parma‘ realistische Erzählkunst mit turbulenter Unterhaltung.

Vor historischer Kulisse im schönen Italien stolpert Fabrizio del Dongo, ein Schmalspur-Don-Juan, durch sein freizügiges Leben direkt in den Knast. Dort verliebt er sich zum ersten Mal ernstlich, in die Schließertochter Clelia. Außerhalb der Gefängnismauern dürfen sie zwar nicht zusammen sein, und sie schwört bei ihrer Hochzeit, ihn nie wiederzusehen. Aber nachts kann man nichts sehen …

Buch 2:

Der soziale Aufstieg und Fall des begabten, ehrgeizigen Bauernsohns Julien Sorel ist das Thema dieses Romans. Zwei Frauen ebnen dem aufstrebenden Jüngling den Weg in das Großbürgertum. Doch am Ende steht sein Verderben. ‚Rot und Schwarz‘ zählt zu den wichtigsten Klassikern der europäischen Literatur.

Der Autor.

Über den Autor:

Stendhal (Marie-Henri Beyle), geboren am 23. Januar 1783 in Grenoble, war Sohn eines Anwalts, der ihn nach dem frühen Tod der Mutter erzog. Stedhal schlug ein Studium an der École Polytechnique in Paris zugunsten der Literatur aus. Er bekleidete eine Stelle im Kriegsministerium und war von 1800 bis 1802 Unterleutnant im Italienfeldzug. 1810 war er Auditeur des Staatsrats, 1813 Intendant. Er war, in der Nachhut, an Napoleons Russlandfeldzugs beteiligt, 1814 übersiedelte er nach Mailand. Stendhal war mit Lord Byron und Alessandro Manzoni bekannt und mit Prosper Mérimée befreundet. Er war als Kritiker des ‚Journal de Paris‘ und als königlicher Bibliothekar tätig, 1830 wurde er Konsul in Triest, 1831 in Civita Vecchia. Stendhal, der auch ein umfangreiches kunst- und musikkritisches Werk schuf, gilt als bedeutendster Romancier der ersten Generation der Realisten. Er starb am 23. März 1842 in Paris.

Lesezirkel am 27.06.2019

Lesezirkel – Juni 2019:
Hanya Yanagihara, Das Volk der Bäume (übersetzt von Stephan Kleiner)

Im nächsten Lesezirkel wird diesmal der erste Roman der US-amerikanischen Autorin Hanya Yanagihara gelesen, die mit „Ein wenig Leben“ vor kurzem einen Weltbestseller gelandet hat.

Inhalt:

Der junge Arzt Norton Perina kehrt mit einer unfassbaren Entdeckung von der Insel Ivu’ivu zurück: Hat er wirklich ein Mittel gegen die Sterblichkeit gefunden? Eine uralte Schildkrötenart soll die Formel des ewigen Lebens bergen. So kometenhaft er damit zur Spitze der Wissenschaft aufsteigt, so rasant vollzieht sich die Kolonisierung und Zerstörung der Insel.

Das Buch

Mit gnadenloser Verführungskraft zieht Hanya Yanagihara uns hinein in den Forscherrausch im Urwald und lässt uns auch dann nicht entkommen, als Perina dort eine weitere Entdeckung macht: seine fatale Liebe zu Kindern. Wie betrachten wir eine Lebensleistung, wenn sich das Genie als Monster entpuppt? Ein brillant geschriebener, gefährlicher Dschungel von einem Roman.

Über die Autorin:

Die Autorin

Hanya Yanagihara, 1974 geboren, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin und Journalistin. Mit ihrem Roman „Ein wenig Leben“ gewann sie den Kirkus Award und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize, des National Book Award und des Baileys Prize. „Ein wenig Leben“ ist eines der bestverkauften und meistdiskutierten literarischen Werke der vergangenen Jahre. Eine TV-Serie, produziert von Scott Rudin (The Social Network, No Country for Old Men, Frances Ha, Grand Budapest Hotel), ist in Vorbereitung. Yanagihara ist Chefredakteurin des „T Magazine“ der „New York Times“.

Lesezirkel am 25.04.2019

Lesezirkel – April 2019:
John Lanchester, Die Mauer

Im nächsten Lesezirkel wird diesmal der brandaktuelle Roman des britischen Autors John Lanchaster gelesen. Er feierte vor einigen Jahren einen großen Erfolg mit „Kapital“, einem Roman zur globalen Finanzkrise.

Inhalt:

In Großbritannien gilt das Gesetz des Stärkeren. Das Land ist von einer hohen Mauer umgeben, die von den Bewohnern um jeden Preis gegen Eindringlinge verteidigt wird. Während in England der Brexit vorbereitet wird, legt Bestsellerautor John Lanchester einen brisanten neuen Roman vor.

Das Buch

Joseph Kavanagh tritt seinen Dienst auf der Mauer an, die England seit dem großen Wandel umgibt. Er gehört nun zu jener Gruppe von jungen Menschen, die die Mauer unter Einsatz ihres Lebens gegen Eindringlinge verteidigt. Der Preis für ein mögliches Versagen ist hoch. Schaffen es Eindringlinge ins Land, werden die verantwortlichen Verteidiger dem Meer – und somit dem sicheren Tod – übergeben. Das Leben auf der Mauer verlangt Kavanagh einiges ab, doch seine Einheit wird zu seiner Familie, und mit Hifa, einer jungen Frau, fühlt er sich besonders eng verbunden. Gemeinsam absolvieren sie Kampfübungen, die sie auf den Ernstfall vorbereiten sollen. Denn ihre Gegner können jeden Moment angreifen. Und die sind gefährlich, weil sie für ein Leben hinter der Mauer alles aufs Spiel setzen.
John Lanchester geht in seinem neuen Roman alle Herausforderungen unserer Zeit an – Flüchtlingsströme, wachsende politische Differenzen und die immer größer werdende Angst in der Bevölkerung – und verwebt diese zu einer hochgradig spannenden Geschichte über Liebe und Vertrauen sowie über den Kampf ums Überleben.

Der Autor

Über den Autor:

John Lanchester, geboren 1962 in Hamburg, wuchs im Fernen Osten auf und arbeitete in England als Lektor beim Verlag Penguin Books, ehe er Redakteur der »London Review of Books« wurde. Daneben war er für Zeitungen und Zeitschriften wie »Granta« und »The New Yorker« tätig sowie als Restaurantkritiker für »The Observer« und Kolumnist für »The Daily Telegraph«. Er gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern und führenden Intellektuellen Englands.

Rezensionen:

„Lanchesters Buch rüttelt auf, ist spannend und gibt einen beklemmenden Einblick in eine Zukunft, die wir noch verhindern können, auf die wir aber unweigerlich zusteuern.“
Andreas Wallentin, WDR5 – Bücher, 22.02.2019

„Ein erschütternd gut geschriebener Roman.“
Bernd Melichar, Kleine Zeitung, 16.02.2019

„“Die Mauer“ bleibt bis zur letzten Seite spannend.“
Florian Schmid, Straubinger Tagblatt / Landshuter Zeitung, 14.02.2019

„John Lanchester hat mit „Die Mauer“ eine Dystopie geschrieben, die umso mehr erschreckt, als vieles davon bereits Realität ist. Der britische Autor nimmt auch seine Leser in die Pflicht.“
Doris Kraus, Die Presse, 11.02.2019

„Bedrückend aktuell“
Welt am Sonntag, 03.02.2019

„“Die Mauer“ [gehört] definitiv zu den interessantesten und lesenswertesten Dystopien der letzten Jahre.“
Christian Endres, die Zukunft, 01.02.2019

„Man wird immer tiefer in einen Albtraum verstrickt. […] Die Szenen, die auf dem offenen Meer der Einbildungskraft treiben, sind fern und nah zugleich. Nach der Logik des Traums verknüpfen sich darin das fesselnde Garn der Abenteuergeschichte unauflöslich mit den höchst konkreten Bildern heutiger Flüchtlingsrealität“
Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung, 01.02.2019

„Die Mauer ist ein außerordentliches Buch. […] Für Lanchester ist die Mauer ein Faktum, das die Seelen verwandelt, die zentrale Tatsache inmitten von Wind, Himmel, Meer und Kälte; und diesem starken Bild schafft er Präsenz.“
Burkhardt Müller, Die Zeit, 31.01.2019

„Wie es sich anfühlt, auf dem Meer rettungslos umherzutreiben, stellt John Lanchester in seinem Roman ergreifend dar. Das Meer ist kein Überlebensraum. Die Mauer ist es auch nicht, genauso wenig wie die Insel. Wie wollen wir leben?, fragt John Lanchester. Und er fragt es dringlich, weil es ums Überleben geht.“
Julia Encke, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 20.01.2019

Lesezirkel am 28.03.2019

Lesezirkel – März 2019: T.C. Boyle, Das Licht

Im nächsten Lesezirkel wird diesmal der neue Roman des coolsten Typen unter der kalifornischen Sonne gelesen. Es ist bereits das dritte Buch von T.C. Boyle, das wir im Zirkel „durchnehmen“.

Zum Inhalt:

Endlich wird der aufstrebende wissenschaftliche Assistent Fitz auf eine der LSD-Partys seines Professors Leary in Harvard eingeladen. Er erhofft sich davon einen wichtigen Karriereschritt, merkt aber bald, dass Learys Ziele weniger medizinischer Natur sind; es geht dem Psychologen um eine Revolution des Bewusstseins und eine von sozialen Zwängen losgelöste Lebensform. Fitz wird mitgerissen von dieser Vision, mit Frau und Sohn schließt er sich der Leary-Truppe an: Sie leben in Mexiko, später in der berühmten Kommune in Millbrook, mit Drogen und sexuellen Ausschweifungen ohne Ende. Ein kreischend greller Trip an die Grenzen des Bewusstseins und darüber hinaus – T.C. Boyle at his best.

Das Buch

Zum Autor:

Der Autor

Thomas Coraghessan Boyle, 1948 in Peekskill, N.Y., geboren, ist der Autor von insgesamt 27 Romanen und Erzählungen, die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurden. Bis 2012 lehrte er Creative Writing an der University of Southern California in Los Angeles.

Lesezirkel am 28.02.2019

Lesezirkel – Februar 2019: Vladimir Sorokin, Manaraga Tagebuch eines Meisterkochs

Im nächsten Lesezirkel wird diesmal der neue Roman des russischen „Skandalautors“ Vladimir Sorokin („Ljod“) besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Nach „Der Schneesturm“ und „Telluria“ ein neues groteskes Meisterwerk von Vladimir Sorokin.
In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts werden Bücher nicht mehr gelesen, geschweige denn neu gedruckt, sie dienen als Brennmaterial für die Zubereitung exklusiver Speisen. Book’n’Grill heißt der neue Trend und Chefkoch Geza ist sein Hohepriester. Stör-Schaschlik über Dostojewskis „Der Idiot“ oder Schnitzel über Arthur Schnitzler, mit diesen und anderen Kreationen begeistert er seine zahlungskräftige Klientel. Doch was Erfolg hat, findet auch Nachahmer und so sieht sich Geza plötzlich vor unerwartete Probleme gestellt.
Ein geniales Romanfeuerwerk voll absurder Einfälle und beißender Gesellschaftskritik.

Der Autor

Biografie:

Vladimir Sorokin, geboren 1955, gilt als der bedeutendste zeitgenössische Schriftsteller Russlands. Er wurde bekannt mit Werken wie ‚Die Schlange‘, ‚Marinas dreißigste Liebe‘, ‚Der himmelblaue Speck‘ und zuletzt ‚Der Tag des Opritschniks‘, ‚Der Zuckerkreml‘ und ‚Der Schneesturm‘. Zuletzt erschien von ihm der große polyphone Roman ‚Telluria‘. Sorokin ist einer der schärfsten Kritiker der politischen Eliten Russlands und sieht sich regelmäßig heftigen Angriffen regimetreuer Gruppen ausgesetzt.

Lesezirkel am 24.01.2019

Lesezirkel – Jänner 2019: Francesca Melandri „Alle, außer mir“

Im nächsten Lesezirkel wird diesmal der neue Roman der italienischen Schriftstellerin Francesca Melandri („Eva schläft“) besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Der große Roman der römischen Autorin Francesca Melandri: eine Familiengeschichte, ein Porträt Italiens im 20. Jahrhundert, eine Geschichte des Kolonialismus und seiner langen Schatten, die bis in die Gegenwart reichen.

„Lesezirkel am 24.01.2019“ weiterlesen

Lesezirkel am 20.12.2018

Lesezirkel – Dezember 2018: Robert Seethaler, Das Feld

Im nächsten Lesezirkel wird diesmal der neue Roman des österreichischen Schriftstellers Robert Seethaler („Der Trafikant“) besprochen.

Das Buch

Zum Inhalt:

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz.

„Lesezirkel am 20.12.2018“ weiterlesen

Lesezirkel am 25.10.2018

Lesezirkel – Oktober 2018: Sayaka Murata: Die Ladenhüterin

Im nächsten Lesezirkel wird wieder einmal ein japanischer Roman  „durchgenommen“, sehr zur Freude unserer Zirklerin Frau P.

Zum Inhalt:

Die literarische Sensation aus Japan: Eine Außenseiterin findet als Angestellte eines 24-Stunden-Supermarktes ihre wahre Bestimmung. Beeindruckend leicht und elegant entfaltet Sayaka Murata das Panorama einer Gesellschaft, deren Werte und Normen unverrückbar scheinen. Ein Roman, der weit über die Grenzen Japans hinausweist.

Keiko Furukawa ist anders. Gefühle sind ihr fremd, das Verhalten ihrer Mitmenschen irritiert sie meist. Um nirgendwo anzuecken, bleibt sie für sich. „Lesezirkel am 25.10.2018“ weiterlesen